§124 SGB XI Häusliche Betreuung

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Einführung

(1) Pflegebedürftige der Pflegestufen I bis III sowie Versicherte, die wegen erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz die Voraussetzungen des § 45a erfüllen, haben bis zum Inkrafttreten eines Gesetzes, das die Leistungsgewährung aufgrund eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und eines entsprechenden Begutachtungsverfahrens regelt, nach den §§ 36 und 123 einen Anspruch auf häusliche Betreuung.

(2) Leistungen der häuslichen Betreuung werden neben Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung als pflegerische Betreuungsmaßnahmen erbracht. Sie umfassen Unterstützung und sonstige Hilfen im häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen oder seiner Familie und schließen insbesondere das Folgende mit ein:

  1. Unterstützung von Aktivitäten im häuslichen Umfeld, die dem Zweck der Kommunikation und der Aufrechterhaltung sozialer Kontakte dienen,
  2. Unterstützung bei der Gestaltung des häuslichen Alltags, insbesondere Hilfen zur Entwicklung und Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur, zur Durchführung bedürfnisgerechter Beschäftigungen und zur Einhaltung eines bedürfnisgerechten Tag-/Nacht-Rhythmus.

Häusliche Betreuung kann von mehreren Pflegebedürftigen oder Versicherten mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz auch als gemeinschaftliche häusliche Betreuung im häuslichen Umfeld einer oder eines Beteiligten oder seiner Familie als Sachleistung in Anspruch genommen werden.

(3) Der Anspruch auf häusliche Betreuung setzt voraus, dass die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung im Einzelfall sichergestellt sind.

(4) Das Siebte, das Achte und das Elfte Kapitel sind entsprechend anzuwenden.


Leistungsbeschreibung

  • Begleitung:
  1. Sparziergänge, Begleitung zum Friedhof
  2. Ermöglichung des Besuchs von Verwandten und Bekannten
  3. Begleitung bei kulturellen oder anderen Veranstgaltungen, auch zur Auftrechthaltung sozialer Kontakte
  • Beschäftigung:
  1. Hilfestellung zur Entwicklung und Auftrechterhaltung einer Tagesstruktur
  2. Hilfestellung zur Duchführung bedürfnisgerechter Beschäftigung
  3. Hilfestellung zur Einhaltung eines bedürfnisgerechter Tag-/Nacht-Rhytmus
  4. Unterstützung bei Hobby und Spiel
  • Beaufsichtigung:
  1. Anwesenheit der Betreuungsperson
  2. Beobachtung des Pflegebedürftigen zur Vermeidung einer Selbst- und Fremdgefährung
  3. bloße Anwesenheit, um emotionale Sicherheit zu geben.